Warum tust du das?

Warum tust du das? Ja, warum mache ich das....

Was mache ich denn? Diesen ganzen Stress mit der kleinen Lady...

Immer mal wieder werde ich das gefragt.  Hilfst du deinem Kind nicht?



Hmmm, ich setze mich auch mit dem großen Bruder hin und erkläre ihm Dinge, die er nicht versteht, übe mit ihm Mathe oder Englisch, feure ihn beim Basketball an oder nehme ihn in den Arm, wenn er es braucht.
Warum also sollte ich nicht mit der kleinen Lady üben, Wartezeiten nutzen, um mit ihr zu lesen, zu schreiben oder kleine praktische Matheaufgaben zu machen, sie anfeuern, ihr zeigen wie man Fahrrad fährt oder sie in den Arm nehmen wenn sie es braucht?



Sie gehört dazu. Sie hat ihre Freunde und ist glücklich in der Schule. Warum sollte ich sie in eine Schule geben, die für "Ihresgleichen" ist? Sie ist in einer Schule Ihresgleichen, in einer Schule voll von Kindern, die lachen, weinen, lernen, glücklich sind.

Jeden Tag sehen wir den Bus, der die Kinder aufsammelt und zur Förderschule fährt. Gestern hat sie das erste Mal gefragt wo dieser Bus hinfährt. Ich hab es ihr erklärt. Nein Mami, Bus fahren will ich nicht. Ich will mit T. und S. und C. und S. in die Schule gehen. Ich will Basketball spielen, ich will mit dir und Alex mittagessen. Klar steht ihr ihr kleiner Dickkopf zeitweise im Weg. Was nicht bedeutet, dass sie sich weniger bemüht. Nein, ganz im Gegenteil. Sei arbeitet hart und freiwillig (meist). Wie viele Kinder kommen in den Ferien täglich und wollen üben? Sie will es. Von sich aus. Noch.



Ja, sie ist langsamer als die Klasse. Und ja, das stört sie auch immer mal wieder. Und ja, es führt dann erst einmal zu Verweigerung. (Manchmal stell ich mir dir Frage ob sie das denn wirklich ist, langsamer. z.B. dann, wenn sie die Silben/Wörter, die sie seit einem halben Jahr sicher lesen kann, augenscheinlich nicht mehr lesen kann, aber dafür Schüttelsätze in die richtige Reihenfolge bringt.) Am liebsten würde sie auch in den Ferien zur Schule gehen. Geht nicht, aber dafür macht sie dann täglich "Hausaufgaben", freiwillig. Sie übt und übt und übt. Weil sie es will.



Also, nochmal: Was tu ich denn? Mein Kind bei seinem Bestreben unterstützen. Ist das verwerflich?

Schnittmuster: rosarosa Elise
Stoff: Paris Girls bekommen bei Staghorn

Kommentare

  1. Gibt es wirklich Leute die das fragen? Es ist nicht zu glauben, Kinder zu stützen und zu unterstützen wo es nötig ist gehört für mich zum Eltern sein dazu wie ein- und ausatmen
    Du machst es genau richtig, ist ja dein Weg und nicht der von anderen
    Martina <3

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    1. Ja, es gibt Leute, die mich das fragen. Es wäre doch viel leichter sie in die gb-Schule zu geben. Würde sie morgens vom Bus abgeholt und mittags/nachmittags wieder gebracht. Ich musste nicht um die Schulbegleitung kämpfen etc. Ja, den organisatorischen Aufwand würde es geringer halten, aber das was an Entwicklung bei rum kommt halt auch ;)

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  2. Ich werfe mal etwas anderes in die Debatte. Genau so, wie man es vielleicht erleben muss, dass Menschen, die das nichts angeht, “FÖRDERSCHULE!“ rufen, ist es in der “Szene“ mittlerweile verpönt, sich für die Förderschule zu entscheiden, bzw man steht unter genau DEM Rechtfertigungsdruck. Antonia wird 2017 eingeschult, dh wir sind derzeit auf der Suche und werden nicht warm mit der Vorstellung, sie könne eine Regelschule besuchen.

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    1. Ich finde, die Entscheidung sollte den Eltern obliegen, in welche Schule sie ihr Kind geben wollen, bzw. welche Schule sie für am Geeignetsten halten für ihr Kind. Sie sind die Experten, kennen ihr Kind am Besten und wissen was sie und auch das Kind leisten können.
      Ich habe aufgehört mich dafür zu rechtfertigen meine Tochter in die Inklusion geschickt zu haben. Warum auch? Es war unsere Entscheidung und der kleinen Lady tut sie gut. Sie konnte ihre Freunde behalten, hat neue hinzugewonnen und fühlt sich wohl an dieser Schule.

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